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Wie beeinflusst Prognose-Uneinigkeit die Finanzmärkte?

Eine Forschungsgruppe der Universität Trier untersucht, wie sich die Uneinigkeit in Wirtschaftsprognosen auf die Preisbildung von Vermögenswerten wie beispielsweise Immobilien oder Aktien auswirkt.

Vorhersagen über wirtschaftliche Entwicklungen sind von zentraler Bedeutung für Unternehmen, Banken und ebenso für Privathaushalte. Aber mit jeder Prognose geht immer eine gewisse Unsicherheit einher. „Gerade in Zeiten von größeren Krisen klaffen die Vorhersagen von Wirtschaftsprognostikern immer weit auseinander. Die letzten zwei Jahre sind hierfür ein gutes Beispiel, da sich Erwartungsbildung in Zeiten der Corona-Pandemie als besonders schwierig darstellt“, erklärt der Sprecher der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Matthias Neuenkirch. 

Wie mit diesen Unsicherheiten und dem damit verbundenen Risiko für Anleger umgegangen wird, stellt eine der zentralen Fragen der Forschungsgruppe Quantitative Finance and Risk Analysis der Universität Trier dar. 

Bisherige Analysen erzielten recht unterschiedliche Ergebnisse, was die Auswirkungen von Prognose-Uneinigkeit auf die Bildung von Vermögenspreisen angeht. Daher verwendet das Projektteam, das neben Neuenkirch die beiden Volkswirte Prof. Dr. Christian Bauer und Dr. Dennis Umlandt umfasst, einen in diesem Kontext noch nicht genutzten Datensatz sowie eine neue Methode, um die Fragestellung genauer zu betrachten. Dieser Datensatz der Firma Consensus Economics umfasst monatliche Wirtschaftsprognosen aus über 80 Ländern und erweitert die bisher verwendete Datenbasis somit entscheidend. Dies ermöglicht dem Forschungsteam eine genauere Bestimmung der Dynamik von Risikoprämien sowie eine Untersuchung von Länderunterschieden vorzunehmen. 

Doch mit diesem Datensatz eröffnen sich neben den zahlreichen Möglichkeiten zunächst auch einige Herausforderungen für die Forscher. „Das ist zuallererst einmal eine extrem umfangreiche Datenarbeit, die wir zu leisten haben und die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird“, erläutert Neuenkirch und ergänzt: „Aber nur durch diese große Länderabdeckung und die auf monatlicher Frequenz erhobenen Daten kann es uns gelingen, neue Erkenntnisse zu den Wechselwirkungen zwischen Wirtschaftsprognosen und Finanzmarktrisiken zu erhalten.“ Neuenkirch hofft, so für ein besseres Verständnis des Risikos an Finanz- und insbesondere Aktienmärkten zu sorgen.

Das Projekt „Auswirkungen der Uneinigkeit makroökonomischer Prognosen auf Vermögenspreise und Risikoprämien“ wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Weitere Informationen zur Forschungsgruppe: www.risk.uni-trier.de

Quelle: Universität Trier

Bildquelle: Pexels
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