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Welterbe-Volunteers sanieren 250 Jahre alte Trockenmauern am Rheinsteig

Internationale Freiwillige bauten alte Trockenmauern am RheinSteig bei Patersberg wieder auf.

Das Projekt des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal leistet damit einen Beitrag zum Erhalt des Welterbes, aber auch zu Wissensvermittlung und Austausch junger Europäer. Die Königsetappe des RheinSteigs zwischen St. Goarshausen und Kaub führt die Wanderer über einen steilen Pfad nach Patersberg durch zugewachsene Weinbergsbrachen.

Viele Trockenmauern ober- und unterhalb des Weges sind in den letzten Jahren eingestürzt und machten den beliebten Wanderweg zeitweise unpassierbar. Zehn Freiwillige aus Italien, Spanien, Schweiz, Weißrussland, Russland, Belgien und Deutschland haben innerhalb von fünf Tagen drei der Mauern wiederaufgebaut. Rund 15 Tonnen Steine wurden dafür „trocken“, also ohne Speis oder Mörtel, vermauert und von Hand bewegt. 

Eine Mauerinschrift entlang des Weges datiert den Bau der Trockenmauern auf das Jahr 1754 und macht die kulturhistorische Bedeutung der alten Weinbergsmauern deutlich. Ein Anfang zum Erhalt von Trockenmauer und Weg ist gemacht, aber an weiteren Mauern entlang des schmalen Pfads besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf.  Auf den Mauerköpfen wachsen an einigen Stellen Opuntien, ein südländisches Kakteengewächs, und am Mauerfuß ist die Gold-Aster verbreitet. Auch die blauflügelige Ödlandschrecken, die auf der Roten Liste der gefährdenden Heuschrecken zu finden ist, fühlt sich in dem mediterranen Klima zu Hause.

Die zehn Freiwilligen arbeiteten zuvor bereits eine Woche in der Landschaftspflege in der Wachau an der Donau. Die österreichische Kulturlandschaft zählt ebenfalls zur Liste der UNESCO Welterbestätten und steht mit dem Mittelrheintal seit Jahren im Austausch. Das gemeinsame Volunteering-Projekt wird über das europäische Förderprogramm LEADER gefördert und bietet den Teilnehmern einen Einblick in die konkreten Arbeiten zum Erhalt des Welterbes in beiden Regionen. Neben den Arbeitseinsätzen sind auch Austausch und Kennenlernen ein wesentlicher Bestandteil. Stadtführung, Schiffstour, Burgbesichtigung aber auch Rafting auf dem Rhein gehörten zum Programm. Mit Rat und Tat sowie Maschinen und Werkzeugeinsatz wird das Volunteering-Projekt seit jeher durch Werner Sopp von der Naturschutzinitiative FINK e.V. begleitet. Unterstützung gab es außerdem vom Obernhofer Winzer und Trockenmauer-Spezialist Helge Ehmann, dem Bauunternehmen Colonius und Wilhelm GmbH, der Romantischen Rhein Tourismus GmbH und der Freiwilligen Feuerwehr Patersberg. Zum Abschluss des Workcamps luden die Winzer der Mittelrhein-Riesling-Charta alle Beteiligte zum gemeinsamen Abendessen nach Kaub in das Weingut Bahles ein. 

Wer selbst Hand anlegen möchte, kann sich zu einem Trockenmauer-Seminar des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal anmelden. Aufgrund der großen Nachfrage besteht hierfür eine Warteliste. Interessenten melden sich bitte bei Nico Melchior (n.melchior@zv-welterbe.de, Tel.: 06771-599 546).

Quelle: Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal


Fotos: Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal
Fotos: Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal