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Ministerpräsidentin Dreyer informiert Landtag über aktuelle Lage in der Katastrophenregion – Leid ist unermesslich, Hilfsbereitschaft ist ein Lichtblick in diesen dunklen Stunden

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat heute die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags in einer gemeinsamen Sondersitzung der Ausschüsse für Inneres, Klima und Finanzen über die aktuelle Lage in den Hochwassergebieten im Norden des Landes informiert. Bis zum heutigen Tag sind 128 Tote zu beklagen. Noch immer werden 155 Personen vermisst. 764 Personen sind verletzt und werden medizinisch versorgt. Kräfte von Rettungsdiensten, Feuerwehren, der Polizei, der Bundeswehr und dem Technischen Hilfswerk seien dabei, diese katastrophale Lage zu bewältigen. Im Bereitstellungsraum auf dem Nürburgring sei eine gigantische Helferstadt entstanden. 4.000 Helferinnen und Helfer seien vor Ort. In der Einsatzleitung koordinierten 120 Menschen in 4 Abteilungen die Einsätze im Katastrophengebiet.

„Eine solche Katastrophe hat Rheinland-Pfalz noch nicht erlebt. Es übersteigt das, was auch erfahrenste Hochwasserretter bei uns je erlebt haben. Flusspegel stiegen auf eine bislang nicht gesehene Höhe an. Häuser, Brücken, Straßen wurden massiv beschädigt oder einfach mitgerissen. Wir trauern mit denen, die ihre Liebsten verloren haben, wir bangen mit denen, die noch immer Angehörige und Freunde vermissen. Wir helfen, die Schäden zu beseitigen und weitere Gefahren abzuwenden“, sagte die Ministerpräsidentin. Seit einer Woche seien die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, THW, Bundespolizei und Bundeswehr durchgehend und bis zur Erschöpfung im Einsatz. Tausende Freiwillige, Nachbarn und örtliche Unternehmen fassten mit an und helfen, wo sie gebraucht werden. Einsatzkräfte, Spenden und Hilfsangebote erreichten das Land aus dem ganzen Bundesgebiet. „Diese Hilfsbereitschaft ist ein Lichtblick in diesen dunklen Stunden. Dafür danke ich allen sehr“, so die Ministerpräsidentin. Noch immer läge aller Fokus darauf, Menschen zu retten und zu versorgen, die wichtigste Infrastruktur wiederherzustellen und Soforthilfe zu leisten. Das ganze Ausmaß der Zerstörung werde erst nach und nach sichtbar; ein genauer Sachstand werde Wochen dauern.

Weitere Schritte

Die Ministerpräsidentin richtete den Blick nach vorne und skizzierte die nächsten Schritte. „Die Landesregierung stellt den betroffenen Bürgern Soforthilfen von bis zu 3.500 Euro pro Haushalt bereit. Diese werden unbürokratisch und über die Kreisverwaltungen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wird eine Stabsstelle im Innenministerium den Wiederaufbau koordinieren“, so Dreyer. Gemeinsam mit dem Bund stelle das Land darüber hinaus in einem ersten Schritt 200 Millionen Euro zur Verfügung. Der Wiederaufbau werde langwierig und sehr viel Geld kosten. „Dafür brauchen wir eine nationale Kraftanstrengung. Ich bin sehr froh, dass das Bundeskabinett gestern bereits bekräftigt hat, sich auch langfristig an dem Wiederaufbau zu beteiligen, und ich bin dem Bund sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung“, sagte die Ministerpräsidentin. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz waren sofort in die Katastrophengebiete gekommen und hatten dort Hilfe zugesagt.

Hilfsbereitschaft ist überwältigend

„Diese Katastrophe wird unser Land auf lange Zeit prägen. Der Wiederaufbau nach den Zerstörungen wird vielerorts sehr lange dauern. Und die Betroffenen sind an Leib und Seele verletzt. Ich bin nun mehrmals vor Ort gewesen und habe mit vielen Menschen gesprochen. Ich habe gesehen, was diese Naturgewalten für eine Verwüstung angerichtet haben. Mir gehen die Bilder nicht aus dem Kopf und die Trauer nicht aus dem Herzen, aber wie muss es denen gehen, die die Naturkatastrophe und all die Folgen durchleben müssen. Die Verluste und das Leid sind unermesslich“, sagte Dreyer. Sie versicherte den Menschen in allen betroffenen Regionen, dass sie sich darauf verlassen könnten, dass die Landesregierung sie auch nach der akuten Notlage nicht vergessen werde und sie auch langfristig auf unsere Hilfe bauen könnten. „Bei all dem Leid will ich sagen, dass diese Katastrophe einmal mehr zeigt: Rheinland-Pfalz steht zusammen. Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist überwältigend. Wir bekommen Spenden- und Hilfsangebote aus dem In- und Ausland, von Unternehmen und Institutionen. Seit der Freischaltung der Online-Plattform „Fluthilfe“ sind bereits 731 Hilfsangebote gemeldet worden. Neben dem zentralen Spendenkonto des Landes haben auch der Landkreistag und mehrere Hilfsorganisationen Spendenkonten eingerichtet - unfassbare 8,57 Millionen Euro Privatspenden sind Stand heute Morgen eingegangen“, sagte Dreyer. Auch dafür dankte die Ministerpräsidentin.

Wer helfen möchte, kann dies auch weiterhin tun. Unter dem Kennwort „Katastrophenhilfe Hochwasser“ können Spenden auf folgendes Konto bei der Sparkasse Mainz überwiesen werden:

Empfänger: Landeshauptkasse Mainz

IBAN: DE78 5505 0120 0200 3006 06

BIC: MALADE51MNZ

Steuerliche Erleichterungen gibt es auch für Spenden und Spendenaktionen, so genügt unter anderem als Nachweis für Zuwendungen, die bis zum 31. Oktober 2021 zur Hilfe in Katastrophenfällen auf ein für den Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto eingezahlt werden, der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstitutes. Alle Informationen gibt es unter https://fm.rlp.de/de/presse/detail/news/News/detail/steuerliche-hilfsmassnahmen-fuer-betroffene-der-unwetter-katastrophe/.

Quelle: Staatskanzlei RLP

 „Diese Hilfsbereitschaft ist ein Lichtblick in diesen dunklen Stunden. Dafür danke ich allen sehr“, so die Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
Foto: BIG
„Diese Hilfsbereitschaft ist ein Lichtblick in diesen dunklen Stunden. Dafür danke ich allen sehr“, so die Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Foto: BIG