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Leo Trepp-Schülerpreis Wissen, was war – lernen, was ist.

Leo Trepp-Schülerpreis fördert Auseinandersetzung mit jüdischem Leben in Deutschland

„2021 ist das Jahr, in dem wir die Feierlichkeiten zu 1.700 Jahren jüdischem Leben in Deutschland begehen. 2021 ist auch die Geburtsstunde des Leo Trepp-Schülerpreises, und das in Leo Trepps Geburtsort Mainz. Der neue Schülerwettbewerb schafft Schülerinnen und Schülern Anlass und Anreiz, sich intensiv mit jüdischer Geschichte, Kultur, Ethik und aktuellem jüdischen Leben zu beschäftigen. Damit atmet der Wettbewerb den Geist seines Namensgebers Leo Trepp, der sich zeitlebens für eine aktive Erinnerungskultur einsetzte. Und das ist umso wichtiger, da wir sehen, dass der Antisemitismus in unserer Gesellschaft zunimmt, dass Jüdinnen und Juden Opfer von Hass werden. Das dürfen wir nicht zulassen. Unsere Schulen sind Orte, an denen wir diesem Antisemitismus mit ganzer Kraft begegnen müssen. Wir müssen dort dem Vorurteil das Wissen entgegensetzen, der Gleichgültigkeit das Engagement, dem Vergessen das Erinnern“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig anlässlich der offiziellen Vorstellung des Leo Trepp-Schülerpreises am Dienstagnachmittag im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium. 

Zur Auftaktveranstaltung begrüßte die Bildungsministerin im Namen der Landesregierung die Schirmherrin und den Schirmherrn des Preises, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemalige Vorsitzendende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, die per Videobotschaft zugeschaltet war, sowie den Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein. Ebenfalls begrüßte Hubig die Initiatorin des Preises sowie Vorstandsvorsitzende der Leo Trepp Stiftung, Gunda Trepp, sowie den Beauftragten der Ministerpräsidentin für jüdisches Leben und Antisemitismusfra­gen, Dieter Burgard.     Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R., Charlotte Knobloch, wies darauf hin, dass der Leo-Trepp-Preis im Rahmen des aktuellen Festjahres dazu beitragen könne, besonders die zeitgenössische jüdische Gemeinschaft besser sichtbar zu machen. Getreu dem Lebensmotto des verstorbenen Namensgebers, dass nur Wissen vor Vorurteilen schützt, betonte sie die Bedeutung des Austausches nicht nur um seiner selbst willen, sondern vor allem auch für eine lebenswerte Gesellschaft unabhängig von der Religionszugehörigkeit. Der Leo Trepp-Schülerpreis ermutige die jungen Teilnehmer ausdrücklich außerhalb einer Unterrichtssituation, sich näher mit dem Judentum zu beschäftigen und auf diese Weise jüdisches Leben in Deutschland jenseits historischer Fotos kennenzulernen. 

Genau das sei nötig in einer Zeit, in der der Judenhass anwachse und jüdische Schüler immer mehr darunter litten, sich öffentlich gar nicht mehr zu ihrer jüdischen Herkunft bekennen zu können. Für eine gesicherte Zukunft der jüdischen Gemeinschaft und ein respektvolles Miteinander brauche es daher Veränderung gerade in der jungen Generation, wie Knobloch erklärte: „Ich bin sicher, hier kann und wird der Leo Trepp-Schülerpreis bei der Jugend einen Unterschied machen.“ Felix Klein betonte: „Jüdisches Leben bekannter zu machen und dabei insbesondere junge Menschen zu erreichen – das ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben der kommenden Jahre. Denn die junge Generation wird unsere Zukunft gestalten, weiß jedoch größtenteils nur wenig über jüdischen Alltag, jüdische Religion und Kultur. Dieses Unwissen macht empfänglich für Vorurteile, Ressentiments, für Fake News und Verschwörungsmythen. Ich wünsche dem Leo Trepp-Schülerpreis eine breite Resonanz und erhoffe mir, dass viele Schülerinnen und Schüler diese Chance ergreifen, auf eine selbstbestimmte Art und Weise jüdisches Leben zu entdecken.“ Dieter Burgard wies auf die hervorragende und bereits seit drei Jahren andauernde Zusammenarbeit mit der Leo Trepp Stiftung hin: „Mit diesem Schülerpreis machen wir Schule, auch wenn es um das Zusammenwirken über Grenzen der Bundesländer geht. 

Wir starten mit dem Wettbewerb zu den hohen jüdischen Festtagen. Mit dem neuen jüdischen Jahr, Jom Kippur und Sukkot, ja auch mit der Anerkennung der SchUM-Stätten als UNESCO-Weltkulturerbe, sind wir hoffnungsvoll im Kampf gegen Judenfeindlichkeit und im Wirken für eine gute, sichere, lebendige Zukunft in den jüdischen Gemeinden.“ Im Zentrum des Schülerwettbewerbs, so Gunda Trepp, stehe jüdisches Leben in Deutschland: „Wir wollen Schülerinnen und Schüler motivieren, sich mit jüdischem Le­ben auseinanderzusetzen, mit jüdischer Geschichte, Ethik und Religion – und mit lebendigen jüdischen Menschen. Denn nur Wissen kann Stereotypen und Antisemitismus etwas entgegensetzen.“ Der Leo Trepp-Schülerpreis wird unterstützt durch die rheinland-pfälzische Staatskanzlei und das Bildungsministerium. Er wird 2022 erstmals vergeben. Daran teilnehmen können Schulklassen der neunten und zehnten Jahrgangsstufen aus Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Die Siegerklasse fährt nach Berlin und darf dort unter anderem an einem Workshop des jüdischen Museums teilnehmen. Alle Informationen für interessierte Schulen sind im Internet abrufbar unter: https://leotrepp.org/de/leo-trepp-preis 

Weitere Informationen Leo Trepp wurde am 4. März 1913 in Mainz geboren und starb am 2. September 2010 in San Francisco. Der Rabbiner und Religionslehrer Trepp setzte sich zeitlebens für den Austausch der Religionen und Kulturen ein. Die 2019 von Gunda Trepp gegründete Leo Trepp Stiftung hat es sich zum Ziel gemacht, dem Antisemitismus entgegenzutreten, jüdisches Leben, jüdische Identität und die Auseinandersetzung damit zu stärken. Weitere Informationen finden Sie unter: www.leotrepp.org 

Quelle: MINISTERIUM FÜR BILDUNG Rheinland-Pfalz