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DKG legt Konzept zur umfassenden Bewertung der Pandemielage vor

RKI muss umgehend weitere Kennzahlen veröffentlichen.
Für den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie benötigt  Deutschland einen Indikatorenmix, um das Infektionsgeschehen einzuschätzen, die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems zu beurteilen und politische Maßnahmen planen und festlegen zu können. Neben der Inzidenz, die auch weiterhin eine wesentliche Rolle spielen soll, fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) weitere konkrete Kennzahlen zur Beurteilung der Pandemie.

„Dazu gehören die Hospitalisierungsrate, eine altersstratifizierte Impfquote, die Belegung von Intensivkapazitäten, die Positivrate an Tests und die Steigerungsquoten, sowohl der Inzidenz als auch der Hospitalisierungsraten. Aus unserer Sicht ist es zwingend erforderlich, diese Kennzahlen transparent und öffentlich darzustellen, um die notwendige Akzeptanz für bevorstehende politische Entscheidungen zu erreichen. Allein die Inzidenz noch als Maßgabe dafür zu nehmen, wann Beschränkungen von Grundrechten im Herbst erfolgen könnten, ist absolut nicht mehr ausreichend“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß.

Alle von der DKG vorgeschlagenen Kennzahlen liegen bereits vor, werden aber bisher nicht transparent zugänglich gemacht und in einem Zusammenhang öffentlich dargestellt. Die Kliniken melden nach Infektionsschutzgesetz alle notwendigen Daten zur Lage in den Krankenhäusern. Das RKI erhält über die Gesundheitsämter von den Krankenhäusern alle Daten zur Krankenhausaufnahme, nicht nur die Zahl der Neuaufnahmen, sondern auch Alter und Impfstatus der Covid-Patienten. Diese Daten werden aber bisher nicht veröffentlicht. „Die Veröffentlichung der von uns vorgeschlagenen Kennzahlen schafft Akzeptanz und begründet zukünftige Entscheidungen der Politik. Bürgerinnen und Bürgern wäre es dann möglich, anhand der öffentlich zugänglichen Daten die politischen Entscheidungen besser nachvollziehen und einordnen zu können“, so Gaß.

DKG-Vorschlag für ein Indikatorenset zur schnellen und umfassenden Beurteilung der Pandemielage und zur Ableitung ggf. erforderlicher Maßnahmen 

Das Indikatorenset umfasst altersspezifische Daten zu den drei zentralen Bereichen 

1. Infektionslage und Testungen
2. Impfungen (Schutz der Bevölkerung)
3. Hospitalisierung (Belastung des Gesundheitswesens/schwere Verläufe)

In der gemeinsamen Betrachtung der wichtigsten Kennzahlen aus diesen drei Bereichen lassen sich valide Rückschlüsse auf die Pandemielage und notwendige Maßnahmen ableiten. 

Warum diese Kennzahlen? 

Die Kennzahlen sind so gewählt, dass zum einen der aktuelle Stand bei bestimmten Sachverhalten erkennbar ist, und zusätzlich auch der Trend mit Blick auf die weitere Entwicklung. 

Die Kennzahlen werden insgesamt und nach Altersgruppen dargestellt, um bezogen auf die Altersgruppen (z.B. Schüler) eine Lagebeurteilung vornehmen zu können und ggf. notwendige Maßnahmen zu begründen und einzuleiten. 

Die Kennzahlen sind so gewählt, dass sie nachvollziehbar und transparent auch außerhalb der Expertenkreise die Pandemielage darstellen und damit Akzeptanz für mögliche politische Maßnahmen schaffen. 

Die Kennzahlen können in einem weiteren Schritt mit wissenschaftlich fundierten und politisch festzulegenden Schwellenwerten verbunden werden, die dann in einem „Ampelsystem“ die aktuelle Lage verdeutlichen. 

Die erforderlichen Daten zu allen vorgeschlagenen Kennzahlen liegen den Gesundheitsämtern oder dem RKI vor. Es müssen keine neuen Daten erhoben werden.  

Welche Fragen lassen sich mit diesen Kennzahlen beantworten? 

Mithilfe dieses Indikatorensets lassen sich gezielt und differenziert zum Beispiel folgende Fragen beantworten:

  • Wie verläuft das Infektionsgeschehen insgesamt und innerhalb der verschiedenen Altersgruppen? 
  • Haben bestimmte, sich ändernde Teststrategien, Einfluss auf die Sieben-TageInzidenz? Kommt es zum Beispiel zu einem deutlich stärkeren Testgeschehen im Zusammenhang mit Reiserückkehrern oder Schulöffnungen, könnte die Sieben-Tage-Inzidenz ansteigen, obwohl sich das Infektionsgeschehen tatsächlich nicht verändert. Dies lässt sich dann anhand der Positivrate (Anteil der positiven Tests an allen durchgeführten Tests) differenziert nach Altersgruppen erkennen. 
  • Kommt es durch Schulöffnungen tatsächlich zu einem deutlich höheren Infektionsgeschehen in den jüngeren Altersgruppen und sind damit auch schwerere Verläufe verbunden? 
  • Hat eine neue Virusmutante einen Effekt beim Krankheitsverlauf insgesamt und in bestimmten Altersgruppen? · Wie entwickeln sich die Krankheitsverläufe nach Altersgruppen? Kommt es durch bestimmte Mutationen tatsächlich zu schweren Verläufen, insgesamt oder in bestimmten Altersgruppen? 
  • Wie wirken sich die unterschiedlichen Impfquoten in den verschiedenen Altersgruppen auf die Entwicklung schwerer Verläufe bei infizierten Personen aus? 
  • Müssen besondere Anstrengungen beim Thema Impfen bei bestimmten Altersgruppen gelegt werden? So zum Beispiel eine Impfung jüngerer Personengruppen, wenn sich zeigt, dass dort schwerere Verläufe auftreten als in früheren Phasen der Pandemie. 
  • Benötigen wir eine dritte Impfung bei älteren Personen, die schon vor längerer Zeit geimpft worden sind, weil bei ihnen ein Trend zu schweren Verläufen erkennbar ist?

Quelle: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)

„Die Veröffentlichung der von uns vorgeschlagenen Kennzahlen schafft Akzeptanz und begründet zukünftige Entscheidungen der Politik. Bürgerinnen und Bürgern wäre es dann möglich, anhand der öffentlich zugänglichen Daten die politischen Entscheidungen besser nachvollziehen und einordnen zu können
„Die Veröffentlichung der von uns vorgeschlagenen Kennzahlen schafft Akzeptanz und begründet zukünftige Entscheidungen der Politik. Bürgerinnen und Bürgern wäre es dann möglich, anhand der öffentlich zugänglichen Daten die politischen Entscheidungen besser nachvollziehen und einordnen zu können", so der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß. Foto: DKG / Tobias Vollmer / BIG

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