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Betroffene von Menschenhandel frühzeitig identifizieren und Hilfsangebote ausweiten - Internationale Frauenhilfsorganisation SOLWODI beteiligt sich an EU-Projekt COALESCE

Am gestrigen Europäischen Tag gegen Menschenhandel wurde an die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution gedacht. Menschenhändler*innen nutzen nach wie vor die Ost-Erweiterung der EU, aber auch die Armutsmigration aus Afrika aus, um Frauen unter falschen Versprechungen nach Deutschland zu locken und sie hier in der Prostitution auszubeuten.

Die Sozialarbeiterinnen der Frauenhilfsorganisation SOLWODI haben im vergangenen Jahr 300 von Menschenhandel betroffene Frauen begleitet. Der Beratungsalltag zeigt: Es fehlt für die Frauen an Ausstiegsprogrammen, sie bekommen immer seltener einen Aufenthaltstitel, Fachberatungsstellen und Schutzhäuser sind staatlich unterfinanziert.

Die Frauen erhalten zudem nur einen unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung. All diese Probleme existieren in vielen Ländern Europas und sie können nur gemeinsam gelöst werden.   

Die Organisation SOLWODI, die international tätig und ausgerichtet ist, beteiligt sich seit vergangenem Dezember am EU-Projekt COALESCE, das vom EU-Fonds für Asyl, Migration und Integration finanziert wird. Das Projekt hat zum Ziel, Migrantinnen, die in Europa Opfer von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung geworden sind, durch geschlechtsspezifische, psychosoziale, rechtliche und wirtschaftliche Unterstützung zu stärken. Am Projekt sind fünf Länder - Zypern, Lettland, Italien, Litauen, Irland und Deutschland – beteiligt, um Synergien zu entwickeln. 

Zum gestrigen Tag gegen Menschenhandel veranstalteten die Projektpartner einen gemeinsamen runden Tisch, um über die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse der Zielgruppe zu sprechen, für die noch ausreichende Angebote fehlen, die aber für eine gelungene Integration unerlässlich sind.  

SOLWODI thematisierte dabei die medizinische Versorgung der betroffenen Migrantinnen und forderte eindringlich Reformen an. So fehlt es z.B. an einem flächendeckenden Netz von Fachärzt*innen und Psycholog*innen, die Hintergrundwissen zu Traumata mitbringen und mit medizinischen Sprachdolmetscherinnen zusammenarbeiten. SOLWODI fordert für die betroffenen Frauen eine geschlechtsspezifische und kultursensible verbesserte Gesundheitsvorsorge mit Fokus auf der Gynäkologie. Viele der Betroffenen werden in der Prostitution ungewollt schwanger oder mussten auch in ihren Heimatländern eine Genitalverstümmlung über sich ergehen lassen.

SOLWODI begleitet die Klientinnen zu Ärzt*innen und Psycholog*innen und trägt diese Kosten, wenn anderweitig keine Übernahme erfolgt. Zu Themen wie Schwang- erschaft und Verhütung erhalten die Frauen schriftliche Informationen in einfacher Sprache oder Informationen im Rahmen von Gruppentreffen.     

Zusammen mit den Projektpartnern setzt sich SOLWODI zudem für eine frühe, zentrale Identifizierung der Menschenhandelsopfer ein sowie für ihren Zugang zu Kinderbetreuungs- und Sprachangeboten.

SOLWODI ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen:
Landesbank Saar, IBAN: DE 84 5905 0000 0020 0099 99

Quelle: SOLWODI Deutschland e.V