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Amnesty International feiert 60. Geburtstag mit Plakataktion in Bad Kreuznach

Eine neue Plakataktion von Amnesty International an zentralen Stellen in Bad Kreuznach! Statt Parteiwerbung sind auf einigen Werbeflächen derzeit Motive der bekannten Menschenrechtsorganisation zu sehen. Und dies aus einem durchaus freudigen Grund, denn Amnesty International wird 60!

1961 nämlich war es, als zwei Studenten in einem Café in Lissabon auf die Freiheit anstießen und von der herrschenden Militärdiktatur zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurden. Dadurch aufgerüttelt machte Peter Benenson, ein britischer Rechtsanwalt, durch einen Artikel im „Observer" auf das Schicksal politischer Gefangener weltweit aufmerksam und forderte in einem Appellschreiben zu deren Freilassung auf. Dies ist die Geburtsstunde der Organisation, denn bald darauf druckten 30 Zeitungen diesen „Appeal for Amnesty" nach und über tausend Menschen baten sofort Unterstützung an.

Bereits wenige Monate später wurde auch in der BRD eine Amnesty-Sektion gegründet, die sich zunächst vor allem für politische Gefangene einsetzte, die z.B. in der DDR lediglich ihre Meinung geäußert hatten.
Die Gründung von Amnesty International fiel in die Hochphase des Kalten Krieges und so wurden auch die Menschenrechte zum Spielball der Supermächte. Neben der Befreiung von Gefangenen kam deshalb bald der Einsatz für bürgerliche, politische, und auch soziale, wirtschaftliche sowie kulturelle Menschenrechte hinzu. Die Stimme von Amnesty International bekam immer mehr Gewicht und die NGO gab den vielen unbekannten Opfern ein Gesicht. Aufgrund ihrer Verdienste um die Menschenrechte erhielt sie 1977 sogar den Friedensnobelpreis!

Seither haben sich die Handlungsfelder erheblich erweitert: Amnesty engagiert sich für die Rechte von Flüchtenden, für den Schutz vor Diskriminierung, gegen Todesstrafe und Folter, gegen Rassismus u.v.m. Und infolge neuer Entwicklungen kommen weitere Themen hinzu, etwa die Diskussionen um digitale Menschenrechte oder die menschenrechtlichen Folgen von Klimakrise und Covid-19-Pandemie.

Wichtig ist es Amnesty International dabei, stets die, auch finanzielle, Unabhängigkeit und Neutralität zu wahren. Daher tragen Amnesty-Expertinnen überall auf der Welt eigene Informationen zusammen, welche die Grundlage für Aktionen vor Ort bilden. So ist es auch in Bad Kreuznach auf Basis gesicherter Erkenntnisse möglich, jedes Jahr im Rahmen des Briefmarathons auf Fälle schwerer Menschenrechtsverstöße aufmerksam zu machen und Veranstaltungen zu sehr unterschiedlichen, aktuellen Menschenrechtsthemen (Seenotrettung, Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei, Kriminalisierung von Fehlgeburten in El Salvador) anzubieten. Die Informationen sind auch der Ausgangspunkt, um sich von hier aus gezielt für die Rechte Einzelner stark zu machen. In den letzten Jahren waren dies Menschenrechtler_Innen aus China und dem Iran.

Und so darf sich auch die Bad Kreuznacher Gruppe von Amnesty International freuen, dass jahrzehntelange Bemühungen viele Verbesserungen im weltweiten Menschenrechtsschutz erzielt haben und zahlreiche Einzelpersonen geschützt werden konnten. In jüngster Zeit wurden beispielsweise sowohl die Chinesin Liu Ping als auch der Iraner Arash Sadeghi, die beide auch von Bad Kreuznach aus unterstützt wurden, aus jahrelanger Haft entlassen.

Daher ein großes Dankeschön an all unsere treuen Unterstützer_Innen in Bad Kreuznach und Umgebung, die erfolgreiche Menschenrechtsarbeit seit so vielen Jahrzehnten ermöglichen! 

Quelle: Amnesty International