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300 Jahre Eis und Kälte – Publikation zu den Orten der Eisgewinnung und Kälteproduktion in Mainz und Umgebung

(rap) Eine neue Publikation der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek beleuchtet die Geschichte der Eisgewinnung und Kälteproduktion in Mainz und Umgebung. Autor Ullrich Hellmann schafft in dem Buch eine Übersicht zu einem Themenbereich, der in der Forschung bisher wenig Beachtung gefunden hat.

Bild: Eisgang auf dem Rhein bei Weisenau, um 1929 © Geschichts- und Brauchtumsverein Mainz-Weisenau e. V.jpg

Eisgruben, Eiskeller und Eishäuser waren im 18. und 19. Jahrhundert an vielen Orten in der Stadt zu finden – etwas, das in der heutigen Zeit, in der (Tief-)Gekühltes eine alltägliche Selbstverständlichkeit darstellt, kaum noch jemandem bewusst ist. Doch woher kamen diese große Mengen an Eis und wie hielten die Vorräte das ganze Jahr über? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der erste Teil des Buches. Ullrich Hellmann recherchierte unter anderem in Archiven in Mainz, Wiesbaden und Berlin und trägt in dem Band die Ergebnisse seiner Forschungen zusammen. Ihm ist es wichtig, die Bedeutung dieser etwa 300-jährigen Entwicklung von Eisgewinnung und Kälteproduktion für unsere Gegenwart herauszustellen: „Im Verlauf der Jahrhunderte haben wir die Vorzüge der Kälte so sehr schätzen gelernt, dass inzwischen ein Haushalt ohne Kühlschrank kaum noch vorstellbar ist.“

Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur: „Schon mit der Ausstellung ‚Kaltgestellt – Wie die Kälte in die Küche kam‘ hat Ullrich Hellmann uns mit seiner Begeisterung für die Kälteproduktion angesteckt. Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam mit ihm nun eine Publikation vorstellen können, die sich intensiv mit der Mainzer Stadtgeschichte auseinandersetzt. Vertraute Orte in und um unsere Stadt können wir nun auch unter einem ganz besonderen historischen Blickwinkel betrachten.“

Mit der Entwicklung erster Kältemaschinen im 19. Jahrhundert waren grundlegende Fortschritte in vielen Bereichen möglich, die auf Eis und Kälte angewiesen sind, wie beispielsweise die Nahrungsversorgung und die Medizin. Aber auch für Brauereien war eine zuverlässig kalte Temperatur im Produktionsprozess unverzichtbar. Der zweite Teil des Buches behandelt die beginnende maschinelle Kälteproduktion und zeichnet sie am Beispiel einiger bedeutender Mainzer Unternehmen bis ins 20. Jahrhundert nach. Auch Wiesbaden und Umgebung werden in die Darstellung mit einbezogen.

Die Publikation ist ein Streifzug durch drei Jahrhunderte Kältegeschichte in Mainz, die an einigen Orten noch heute durch Straßennamen zu erkennen oder durch bauliche Überreste sichtbar ist. Historische und aktuelle Fotografien sowie alte Stadt- und Lagepläne erweitern den Text.

„Bei der Lektüre erkennt man, wie unverzichtbar 'künstliche Kälte' inzwischen ist – das ist ein bisschen wie bei den Büchern dieser Bibliothek...“, sagt Bibliotheksdirektor Dr. Stephan Fliedner.

300 Jahre Eis und Kälte ist bereits der zweite Band zum Thema „Geschichte der Kälte“, der in der Reihe Veröffentlichungen der Bibliotheken der Stadt Mainz erscheint. 2020 realisierte das Team der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek mit Kurator Ullrich Hellmann eine virtuelle Ausstellung mit Begleitkatalog zur Sozialgeschichte des Kühlschranks im beginnenden 20. Jahrhundert.

300 Jahre Eis und Kälte – Orte der Eisgewinnung und Kälteproduktion in Mainz und Umgebung ist ab sofort für 12,00 Euro in der Stadtbibliothek erhältlich. Während der derzeitigen Schließung für den Publikumsverkehr kann die Publikation online unter www.bibliothek.mainz.de/bibliotheksshop nach Hause bestellt werden.

Quelle: Stadtverwaltung Mainz

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