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Zu gut für die Tonne

Lorcher Traditions-Backhaus Laquai backt und wirtschaftet nachhaltig

Lorch im Rheingau, im Oktober 2018. Was passiert eigentlich mit all' den Broten, Brötchen und Stückchen, die morgens knackfrisch in den Geschäften angeliefert und bis zum Ladenschluss nicht verkauft werden? Das fragt man sich oft, wenn man zu später Stunde noch auf die Schnelle ein Brot ergattert und sieht, was da so alles liegen geblieben ist. Bäckermeister Frank Laquai aus Lorch kennt das und tritt für nachhaltige Lösungen ein. Sie heißen Stückchen-Tüte, Wiederverarbeitung, Lorcher Tafel und Futterspende.

So geht's: Ein Teil dessen, was auch am Folgetag noch gut schmeckt und problemlos verzehrt werden kann, wird in einem Extra-Korb  zum reduzierten Preis verkauft. Das trifft vor allem auf Brot vom Vortag und süße Teilchen zu. Brötchen werden zu Semmelbröseln verarbeitet. Aus Gebäck lassen sich süße Brösel herstellen, die z.B. für Nussfüllungen verwendet werden. Für alles, was aus den Filialen zurück kommt und auch für das, was in Lorch nicht verkauft wird, gelten strenge Hygiene-Vorschriften, die es bei der Weiterverarbeitung oder bei der Weitergabe an Dritte unbedingt zu beachten gilt. Einmal wöchentlich kommt die Lorcher Tafel in den Genuss von Backwaren aus dem Hause Laquai. Und ein Landwirt aus der Region darf sich über regelmäßige Futterspenden freuen, die auf Abruf für seine Tiere bereit stehen.

Wie Frank Laquai berichtet, achtet man in seinem Unternehmen schon seit Generationen darauf, dass keine Überproduktion entsteht und ist stets bemüht, den echten  Bedarf zu erkennen, um den Rücklauf so gering wie möglich zu halten. "Wir sprechen auch ganz bewusst mit unseren Mitarbeitern über das Thema, um sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren" sagt der Bäcker, der auf ehrliches Handwerk und bewusste Lebensführung setzt. Und auch gut zu wissen: Das Brot vom Vortag ist immer eine gute Wahl, denn Brot braucht Zeit - auch für die Entfaltung des vollen Aromas.


Alles begonnen hat in der Lorcher Backstube vor 140 Jahren. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahre ein mittelständischer Betrieb, der stets dem Firmenmotto "handgemacht" treu geblieben ist. So wird in der Bäckerei Laquai auch heute noch jedes einzelne Brot von Hand geformt. Auf künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe sowie industriell hergestellte Backmischungen verzichtet man aus Prinzip. Darüber hinaus werden fast ausschließlich regionale Produkte zur Herstellung der Brotteige verwendet, denn Nachhaltigkeit ist bei den Laquais nicht nur ein Lippenbekenntnis. 

Das Stammhaus der 1875 gegründeten Familienbäckerei Laquai befindet sich in Lorch im Rheingau. Hier haben sich 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach dem Firmenmotto "handgemacht" der Qualität verschrieben. Soweit wie möglich finden bei der Herstellung der Backwaren lokale und regionale Zutaten Verwendung. Zurzeit hat die Bäckerei Laquai 12 Filialen bzw. Verkaufsstellen im Rheingau und entlang des Mittelrheins.

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