Gesundheit

Neue Prostata erhaltende Krebstherapie

Urologen der Universitätsmedizin Mainz behandeln Prostatakarzinom minimal-invasiv mit fokussiertem Ultraschall (HIFU-Therapie)

Patienten mit einem lokalisierten Prostatakarzinom behandeln Ärzte der Universitätsmedizin Mainz jetzt mit dem besonders schonenden HIFU-Verfahren. HIFU steht für High Intensity Focused Ultrasound. Dabei zerstört ein energiereich gebündelter Ultraschall zielgenau den Tumorherd. Das umliegende Gewebe wird geschont, so dass ein nervenerhaltendes Vorgehen möglich wird. Weiterer Vorteil der fokalen Therapie: Im Vergleich zu konventionellen OP-Methoden sind die Risiken von Inkontinenz und Impotenz geringer.

Prostatakrebs gehört zu den häufigsten männlichen Krebserkrankungen. In Deutschland sterben knapp drei von hundert Männern an den Folgen eines Prostatakarzinoms. Damit stellt Prostatakrebs die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung bei Männern nach Lungen- und Darmkrebs dar.

Bei der HIFU-Therapie wird der von Tumorzellen befallene Gewebebereich punktgenau mittels Ultraschall auf 90 bis 100 Grad Celsius erhitzt. „Da die umliegenden Strukturen bei der fokalen Therapie des Prostatakarzinoms nicht mitbehandelt werden, sind die Nebenwirkungen der Therapie geringer“, sagt PD Dr. Thomas Höfner, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Universitätsmedizin Mainz. Auch lassen sich – je nach Lage des Prostatakarzinoms – die Potenznerven schonen und eine Impotenz vermeiden.

Vor der HIFU-Therapie erfolgt eine magnetresonanztomographische (MRT) Untersuchung (MRT) der Prostata und eine anschließende MRT-fusionierte Biopsie der Prostata. Damit kann mit hoher Genauigkeit ein tatsächlich nur in einer einzelnen Region der Prostatadrüse vorhandener Prostatakrebs detektiert werden. Anschließend werden bei der Behandlung die MRT-Bilder in den Computer eingelesen und mit den Live-Ultraschallbildern des HIFU-Gerätes bildgebend übereinander gelegt. Anhand des Ultraschall/MRT-Fusionsbildes lässt sich dann das Behandlungsareal festlegen, die übrige Prostata kann geschont werden. Die Erhitzung und Destruktion des Tumorgewebes mittels Ultraschall führt der HIFU-Roboter durch, wobei der behandelnde Arzt den Vorgang überwacht und jederzeit eingreifen beziehungsweise nachjustieren kann. Die Gesamtdauer des HIFU-Eingriffs beträgt insgesamt circa 60 bis 120 Minuten.

Die HIFU-Therapie eignet sich in erster Linie zur prostataerhaltenden Therapie des lokalisierten und auf einen Lappen der Drüse begrenzten Prostatakrebs. Sie bietet sich aber auch zur Behandlung einer erneuten Erkrankung (im Fachjargon Rezidiv) im Anschluss an eine bereits erfolgte Operation oder Bestrahlung an. Darüber hinaus kommt sie bei älteren Patienten mit Begleiterkrankungen in Frage, bei denen eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist.

„Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden wie der Strahlentherapie oder der Radikaloperation weist die HIFU-Therapie nachweislich niedrigere Komplikationsraten auf“, betont der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Univ.-Prof. Dr. Axel Haferkamp. „Insbesondere bei der Behandlung fokaler Prostatakarzinome, kann das HIFU-Verfahren den Tumor mit guten Heilungschancen sehr schonend behandeln und die Notwendigkeit aggressiverer Therapien mit höheren Nebenwirkungsraten bei unseren Patienten reduzieren. Wir freuen uns daher, dass wir unser Behandlungsspektrum bei Prostatakarzinom mit dieser Methode um ein weiteres minimal-invasives Verfahren erweitert haben“, so Prof. Haferkamp.

 

„Seit gut einem Jahr gilt in Deutschland mit dem Inkrafttreten des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und das neue Begutachtungsverfahren.

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