Energie

Statusbericht zur Energiewende im Kreis Ahrweiler vorgelegt

Sanierte Heizungen senken Stromverbrauch

Der Ausbau der Solarenergie im Kreis Ahrweiler weist weitere Zuwachsraten auf. Die Zahl der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betriebenen Anlagen zur Produktion von Sonnenstrom stieg im Jahr 2016 auf 2.603 und damit um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2.488 Anlagen 2015). Der Zubau in den vergangenen fünf Jahren beträgt 73 Prozent.

Diese Zahlen stehen im neuen Statusbericht „Die Energiewende im Kreis Ahrweiler", den Landrat Dr. Jürgen Pföhler jetzt dem Kreis- und Umweltausschuss vorgelegt hat. Der Kreistag hat 2011 beschlossen, dass der Kreis seinen Beitrag zur Energiewende leistet. Demnach soll die benötigte Energie langfristig vollständig aus regenerativen Quellen gewonnen werden. Das erste Ziel lautet, den Strombedarf bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien (EE) zu decken.

Die gesamte Stromproduktion aus EE im Kreis Ahrweiler - hauptsächliche Solarenergie, Biomasse und Windkr aft - hat nach acht Jahren stetiger Zuwächse 2016 allerdings einen leichten Rückgang gegenüber 2015 erfahren. Die wahrscheinlichen Gründe sind der zunehmende und statistisch nicht erfasste Eigenverbrauch des gewonnenen Stroms durch die Solaranlagenbesitzer selbst sowie ein windschwaches Jahr 2016.

Die wesentlichen Zahlen des 6. Statusberichts (Erfassungszeitraum der Statusberichte seit 2007):


Solarenergie: 27,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) in 2016 (28,9 Mio 2015; 27,4 Mio 2014; 3,0 Mio 2007);

Verstromung von Biomasse: 13,0 Mio kWh 2016 (13,7 Mio 2015; 10,2 Mio 2014; 0,6 Mio 2007);

Windenergie: 27,2 Mio kWh 2016 (30,3 Mio 2015; 29,2 Mio 2014; 3,7 Mio 2007).

Untergeordnete Rollen spielen Deponiegas (0,29 Mio kWh) und Wasserkraft (0,22 Mio), jeweils 2016.


Stromverbrauch an Kreis-Schulen gesunken

Der Kreis selbst wolle wei ter mit guten Beispielen vorangehen, sagte Pföhler dem Ausschuss. So sei der Stromverbrauch an den kreiseigenen Gebäuden (13 Schulen und die Kreisverwaltung) 2016 zum dritten Mal in Folge gesunken. Hauptgrund sei der Einbau neuer Techniken, etwa LED-Leuchtmittel vor allem in den Sporthallen, das Aufspüren und Beseitigen versteckter Verbraucher (etwa im Kühlraum der Schulküche der Levana-Schule in Bad Neuenahr-Ahrweiler) oder sanierte Heizungen, vor allem Umwälzpumpen. Die Heizungssanierung an der Janusz-Korczak-Schule in Sinzig habe den dortigen Stromverbrauch um 20 Prozent gesenkt.

Weitere Beispiele des kreiseigenen Energiemanagements: energetische Sanierung der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler (2. Bauabschnitt 2016 abgeschlossen); in Ausführung unter anderem: Heizungserneuerung an Fachoberschule / Realschule plus Adenau, energetische Sanierung am Erich-Klausener-Gymnasium Adenau; in Planung unter anderem: Heizungen am Rhein-Gymna sium Sinzig und der von Boeselager Realschule plus Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Außerdem: Der AW-Kreis hat 2016 mit dem damaligen Regionalbüro Eifel-Ahr der Energieagentur Rheinald-Pfalz die Kampagne „Wärmewende gestalten" aufgelegt. Bausteine waren eine Ausstellung zu nachhaltigen Heizungssystemen und eine Heizungspumpen-Tauschaktion.

Für das erste Regionalforum der Energieagentur Rheinland-Pfalz, Regionalbüro Rhein-Mosel-Eifel, in Mayen, das die Fachöffentlichkeit über Unterstützungsmöglichkeiten in der Energiewende informierte, wurde die Kreisverwaltung Ahrweiler ausgewählt, um ihr Modell des Energiecontrollings vorzustellen (Juni 2017).

Die Kreiswirtschaftsförderung bietet auch eine Fördermittelberatung für Existenzgründer und bestehende Firmen im Bereich Energie-/Ressourceneffizienz an.

Solarstromprojekt: Der Kreis hat 2005 die Dächer von zehn eigenen Schulen und der Kre isverwaltung mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Seither wurden 6,9 Millionen Kilowattstunden Strom produziert.

Solardachkataster: Unter www.solarkataster-ahrweiler.de können sich Bürger und Betriebe über die Eignung sämtlicher 127.000 Dächer im Kreisgebiet für Photovoltaik informieren.

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